DENKSPIELE

Philosophie und Alltag im Freien Radio Kassel

In der zehnteiligen Serie „Denkspiele“ geht der Medienwissenschaftler Marc Urlen der Frage nach, was es eigentlich mit unserem „Denken“ auf sich hat. Dabei zeigt er, dass es sich dabei keinesfalls um ein langweiliges, abstraktes Thema handelt. Er stellt vielmehr Bezüge zum Alltag her: Warum sind die Superstar-Spektakel so erfolgreich? Warum spielt das Image von Politikern eine wichtigere Rolle als politische Konzepte? Und warum interessieren wir uns mehr für Sensationen und Katastrophen als für langfristige Prozesse? Die Serie bietet dabei oft überraschende Antworten.

Zum Anhören: Folge 4 - Die Maschinen des Krieges

 

Denkspiele Remix

 Die „Denkspiele“ waren eine Sendereihe, die medienwissenschaftliche und philosophische Inhalte ins Freie Radio bringen wollte. Leider war das Interesse eher nichtexistent. Darum folgt mit dem Remix nun eine aufgepeppte Version, die das hinzufügt, was junge Menschen im aktuellen philosophischen Exkurs so schmerzlich vermissen: fette Beats, Synthesizergeblubber und dröhnende elektrische Gitarren.

Marc Urlen, Januar und Februar 2011. Länge: ca. 60:00.

 

1.      Kleine Formeln und große Gefühle 10:17

2.      Was uns emotional nicht anspricht, ist nicht wirklich 10:40

3.      Die Welt der Massenmedien 8:47

4.      Mit allem rechnen 14:49

5.      Die Sphären des Verstandes 11:36

6.      Thema 2:77

 

Ausschnitte zum Anhören:

 

Gitarrenparts eingespielt mit Epiphone Dot Studio über Rockman Sustainor.

Alle Synthesizer und Rhythmen eingespielt mit Novation Bass Station.

Samples: EMU Proteus X und eigene

Echtzeit-Modulationen: Behringer B-Control Rotary

Samplelord Sampling Software

aufgenommen in Marcs Heimstudio im Januar 2011
© Marc Urlen 2011
alle Rechte vorbehalten

 

 

Der Autor

Dr. Marc Urlen wurde 1970 in Kassel geboren. Er studierte Politikwissenschaften und promovierte 2005 mit den „Bildern der Massenmedien“. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, wie die von den Massenmedien hervorgerufenen Bilder mit unseren menschlichen Denkmustern korrespondieren. Seitdem ist er als Medienpädagoge tätig. Er beschäftigt sich vor allem mit den Charakteristika des Denkens und dem komplexen Wechselspiel zwischen Denkprozessen, Gefühlen und Handlungen.

 

Die Sendereihe

Die „Denkspiele“ beschäftigen sich mit Themen, die man als gesellschaftswissenschaftlich oder philosophisch bezeichnen kann. Das heißt: mit der Welt in der wir leben, mit uns Menschen. Mit unserem Denken und unserem Handeln, unserem Umgang miteinander.

Eine solche Inhaltsangabe löst wohl Skepsis aus, vor allem aber die Befürchtung, auf das Schrecklichste gelangweilt zu werden. Wir denken an Philosophieprofessoren, die vor einnickenden Studenten stundenlang herumphilosophieren. Die Geisteswissenschaften stehen ganz allgemein in dem Ruf, ihre abstrakten Studien auf die trockenste denkbare Weise zu verabreichen. Diese Reihe soll vor allem zeigen, dass solche Themen keinesfalls von sich aus spröde und langweilig sein müssen. Wie sollte auch die Gesellschaft, also die soziale Welt, in der wir leben, uninteressant sein? Das ist ja wohl eine Frage des Herangehens.

Dass unsere Welt vor Spannung und Gefühlen nur so birst, das wird uns täglich vorgeführt. Wenn wir Zeitungen lesen oder Fernsehen schauen. Es sind immer die aufwühlendsten Ereignisse, die da behandelt werden: Brände, Flugzeugabstürze. Auch politische Events wie Wahlen und Wirtschaftsgipfel, letztere am liebsten garniert mit wütenden Demonstranten, brennenden Autos, stürmenden Polizisten. Besonders die Klatschpresse gewinnt dieser Welt ständig neue Sensationen ab. Vor allem aber große Gefühle: Ängste und Hoffnungen, Glück und Leid, Elend und Triumphe.

Wie können die Geisteswissenschaften bei einer solchen Flut an Reizen und Gefühlsaufwallungen mithalten? Indem sie genau diese Phänomene genauer unter die Lupe nehmen. Was weckt unser Interesse – und was langweilt uns? Warum sind triviale Superstar-Spektakel so viel spannender als tiefgründige Betrachtungen über die Zukunft der Menschheit? Am Ende laufen solche Fragen immer wieder auf die Kernfrage der Philosophie hinaus: wie Menschen denken. Das bedeutet: Wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und einordnen. Und wie diese Wahrnehmungen schließlich zu Handlungen führen.

„Denkspiele“ will, ausgehend von solchen grundsätzlichen Fragestellungen, zeigen, dass die Auseinandersetzung mit unserem Denken, Fühlen und Handeln interessant und konkret sein kann. Darum liegt der Schwerpunkt der Reihe auf Beispielen aus dem Alltag: aus einer Welt der Massenmedien, der Inszenierungen und Katastrophen, der Roboterindustrien, Hungersnöte und der unendlichen Datenströme.

 

Denkspiele. Eine Sendereihe von Marc Urlen im Freien Radio Kassel

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